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Gamekritik

Call of Duty: WWII - Kritik und Meinung zum Singleplayer: Das neue Call of Duty kehrt zurück in den Zweiten Weltkrieg und als amerikanischer Soldat mähen wir dutzende deutscher Soldaten an den Stränden der Normandie bis hin zur Brücke von Remagen nieder.

 

 

Call of Duty: WWII - Kritik und Meinung zum Singleplayer

 

 

 by SturmHitman, 11/5/2017 (changed: 11/5/2017)

Das neue Call of Duty kehrt zurück in den Zweiten Weltkrieg und als amerikanischer Soldat mähen wir dutzende deutscher Soldaten an den Stränden der Normandie bis hin zur Brücke von Remagen nieder. Die ca. sechsstündigen Kampagne erlebt man filmreiche Gefechte, die von Filmen inspiriert wurden wie Der Soldat James Ryan und der Serie Band of Brothers. Auch der Konflikt zwischen zwei Offizieren erinnert sehr stark an den Film Platoon, wird aber bei weitem in Call of Duty: WWII nicht so gut erzählt, wie in den Film. Auch die Judenvernichtung spielt im neuen CoD eine Rolle, diese Geschichte wirkt aber fast schon belanglos. Die Story von Call of Duty: WWII ist eine typische Call of Duty-Story filmreif, aber nicht realistisch und nur wenig historisch. Wer schon Call of Duty 2 unrealistisch damals fand, der wird auch im neuen CoD den Realismus stark vermissen, da es noch mehr auf Kinofilm getrimmt ist. Die Story überrascht nur durch ihre leichte Anti-Kriegshaltung in manchen Szenen und weniger Patriotismus als in anderen Call of Duty. Und trotz der teilweise düsteren Momente bleibt Call of Duty eben ein Call of Duty, also ein reiner Shooter bzw. ein Actionspiel.


Die Grafik von WWII ist durchaus hübsch, aber gewöhnungsbedürftig. Neue Maßstäbe wie in Battlefield 1 setzt sie aber nicht. Ungewöhnlich sind vor allem die eher untypischen kräftigen Farben und die teilweise plastischen Figuren. Ob man das mag bleibt Geschmackssache, jedoch gibt es auch klare Minuspunkte, wie die Explosionen und kleinere Umgebungsdetails, die anscheinen aus älteren Call of Duty-Teilen noch stammen. Man merkt das der Entwickler Sledgehammer Games vorher Call of Duty: Advanced Warfare gemacht hat, denn mit diesen Teil würde ich den neuesten Teil der Reihe auch am meisten vergleichen. In Sachen Soundtrack gibt es nichts zu meckern, denn der ist durchaus passend. Auch die Sprecher machen einen ganz soliden Job zumindest. Was beim Sound wirklich negativ auffällt ist nur der Waffensound, der nicht wirklich befriedigend wirkt. Der Waffensound hätte durchaus gewaltiger, brutaler und lauter sein können. Eine MP 40 hört sich fast ähnlich an, wie ein StG 44. Bei einem Spiel, was so auf brachiale Gewalt setzt, ist so ein harmloser Waffensound schon mehr als albern.



Aber trotz der ganzen Kritik gibt es auch interessante Neuerungen. So ist das Medipack im Singleplayerteil zurück, was das Spiel etwas anspruchsvoller macht, besonders auf den höheren Schwierigkeitsgraden, was besonders bei Fahrzeugeinlagen sehr fies werden kann, da diese einen Lebensbalken haben. Auch das Fadenkreuz hat sich verabschiedet und man spielt jetzt mehr über Kimme und Korn. Und die Teamkameraden dienen als Munition und Medipack-Lieferanten. Es füllt sich nach jeden Abschuss ein Kreis und wenn dieser Kreis voll ist, dann kann man sich ein neues Medipack und so weiter von einem Kameraden holen. Das ist vielleicht nicht die beste Meschanik, aber sie funktioniert zumindest.


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Auch gut gelungen sind die abwechslungsreichen Missionen. Zwar sind die Missionen immer noch Schlaulevel, aber die wurden zumindest sehr gut gestaltet. Man stürmt den blutigen Strand in der Normandie, hat ein paar Schleichpassagen, rennt während der Ardennenoffensive und im Hürtenwald durch Wälder während die Bäume durch den feindlichen Beschuss der Artillerie um ein herum zerbersten. Dann ist man als Scharfschütze in einem Kirchturm, dann mal in einem Sherman-Panzer und in einem Flugzeug unterwegs. Einfach unglaubliche Abwechslung. Aber dann gibt es wieder diese typischen CoD-Momente, wo fünf Scharfschützen in einem Haus sind, Benzinkanister neben feindlichen Geschützen stehen oder man zahlreiche Gegnermassen an einem MG niedermetzeln muss. Solche Momente wirken wieder albern, wenn man hunderte Nazis schon fast im Rausch niedermäht bis der rettende Panzer wieder zufällig um die Ecke kommt. Die KI ist aber typisch dumm wieder oder zumindest CoD typisch. Besonders bei nahen Frontlinien laufen KI-Gegner und Teamkameraden gerne einander vorbei. Ein altes CoD-Probelm halt.


Neu dagegen sind die Heldenmomente, wo man Soldaten vor den sicheren Tod retten muss oder verletzte Kameraden in sichere Deckung trägt. So etwas gab es auch schon mal in Medal of Honor: Pacific Assault damals. Allerdings haben diese Taten keine Auswirkungen, was wirklich Schade ist, da man hier eine interessante Chance verpasst hat. Zum Beispiel hätte so eine Tat ja Auswirkungen auf die Mission haben können.


Wem diese typischen CoD-Momente nicht stören, der bekommt eins der besten und vor allem abwechslungsreichsten Call of Duty der letzten Jahre. Allerdings bleibt dieser Weltkriegs-Shooter, doch hinter CoD 1 und 2 zurück. Das liegt meiner Meinung daran, das Call of Duty: WWII viele Szenen aus alten Kriegsfilmen genommen hat und man irgendwie schon mal alles irgendwo gesehen hat. Call of Duty: WWII ist einfach reine Action und das trotz der etwas härten Töne, die es zum Teil versucht anzusprechen. Wenn Call of Duty nicht wirklich mal  Anti-Kriegsthemen aufgreift, die deutsche Seite zeigt oder sogar moralische Grenzen überschreitet, dann wird es schwierig werden aus der Masse heraus zu stechen. Das neue Call of Duty ist besser als die letzten Teile, aber eine Revolution der Reihe ist es leider auch nicht geworden. Im Westen nichts Neues.


mfg
SturmHitman

 

 

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Gesamt: 100%   (4 von 4 Leser fanden diesen Artikel hilfreich.)

 

 

 

 

 

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"Ein wirklich filmreifer, unrealistischer und actionreicher Shooter mit 2.Weltrkiegs-Szenario. 5 bis 6 Stunden gute Unterhaltung, jedoch kommt es von der Optik und den Waffensound her nicht an Battlefield 1 ran. CoD 2 bleibt Shooter-König!"

 

85/100

 

 

 

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