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Front Mission: Gun Hazard: In recht naher Zukunft wird ein neuer Weltkrieg mit haushohen Mechs ausgefochten. Der zweite Teil der Reihe vermischt gekonnt RPG-Elemente und actionreiches Geballer mit einer ausufernden Story.

 

 

Front Mission: Gun Hazard

 

 

 by Horstio, 9/16/2017 (changed: 9/16/2017)

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Atlas ist eine Art Turm, der bis in das All hinausragt und zur Gewinnung von Solarenergie dienen sollte. Seine  Errichtung beendete den Krieg um die letzten Energieressourcen der Erde. Atlas galt somit jahrelang als Symbol für den Frieden der geeinten Welt, doch bald schon taten sich neue mechanische Errungenschaften und Energiequellen auf und der Frieden bröckelte. Atlas wurde schließlich aufgegeben. Eine neue Krise, die in einem weiteren Weltkrieg gipfeln könnte, spielt sich im Jahr 2063 im Land Bergen ab. Präsident Orwen soll exekutiert werden, seine Gegenspieler wollen mehr Staatsgewalt durchsetzen. Durch Zufall wird das Attentat auf Orwen von Horstio (in der Voreinstellung lautet der Name noch Albert), seines Zeichens Wanzer-Pilot und Hauptprotagonist von Front Mission: Gun Hazard, abgewehrt. Der Präsident reist mit dem tapferen Soldaten nun "undercover" durchs Land, um die Attentäter zu fassen und die Situation in Bergen wieder herzustellen.

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Für Horstio ist dies nur der Auftakt einer nicht linearen Reise durch 10 Länder der Welt, voller Kämpfe und Kriege. Er muss nach dem langem Prolog Bergen verlassen und verdingt sich nun als Söldner einer großen und grenzenlosen Organisation, die immer dann eingreift, wenn die Auftraggeber machtlos einem Feind gegenüber stehen. Doch stets lauern größere Gefahren und Drahtzieher hinter den eigentlich rivalisierenden Parteien. Zudem greifen laufend verfeindete Söldner in feuerroten Wanzern, angeführt von einem Irren namens Genoce, ins Geschehen ein. Allerdings gesellen sich auch bald weitere Kämpfer zu Horstios Söldnertruppe. Die Geschichte ist zerlegt in viele kleine Fragmente, die aber zum einen ein großes Ganzes ergeben und wiederum den Weg des Helden bis zum Schluss wendungsreich und ist spannend gestalten. Für ein so altes Spiel wirkt die Geschichte recht erwachsen und ernst - so ernst man das mangaloide Sci-Fi-Setting halt nehmen kann. Jenes ist durchaus erfrischend und mal was ganz anderes im Gegensatz zu den andauernden Fantasywelten märchenhafter RPGs.

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Auch spielerisch geht Front Mission: Gun Hazard seinen eigenen Weg. Der Vorgänger war ein ebenso tolles Spiel, das allerdings den Grundprinzipien alter Rollenspiele treu blieb und mit seinen taktischen Rundengefechten und strategischen Elementen fast sogar an klassische Brettspiele erinnerte. Gun Hazard vermischt Rollenspiel-Elemente gekonnt mit vorzüglich spielbaren Actionsequenzen. In jedem Land der Welt gibt es diverse Bereiche, die in bewährter Seitenansicht gespielt werden. Die Stages selbst erinnern an Spiele wie Cybernator oder Metal Warriors. Wie gesagt: Horst ist ein Wanzer-Pilot. Die Bezeichnung leitet sich scheinbar aus "Walker" und "Panzer" ab - ein Wanzer ist nichts anderes als ein Mech. Das futuristische Kriegsgefährt wird mittels gesammelter Erfahrungswerte stärker. Bei Levelaufstiegen werden neue Waffentypen freigeschaltet, die wiederum im Gefecht an Durchschlagskraftg gewinnen. Für kassierte Dollar können wir neue Waffen und Upgrades kaufen. In jedem Land gibt es einen Shop, der verschiedene Waffen und neue Rüstungen für und unsere Begleiter anbietet. Zudem verbessert sich auch die Bewaffnung der Mitstreiter. Ein computergesteuerter Begleiter darf aktiv am Spielgeschehen teilhaben und unterstützt uns nach Kräften. In manchen Stages werden bestimmte Fähigkeiten der verschiedenen Mitstreiter benötigt, um voran zu kommen - solche Momente setzen dann auch ein wenig Backtracking voraus. Außerdem muss Horstio in einigen Passagen raus aus dem Wanzer und zu Fuß weiter, um entlegene Schalter zu betätigen oder Items zu bergen, an die der mechanische Koloss nicht ran kommt.

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Anfangs ist der Wanzer noch ein Rookie-Modell. Doch später gibts richtig schnittige Höllenmaschinen, die reichlich Kapazität für Waffen und Munition mitbringen, um eine ganze Armee im Alleingang auszumerzen. Basispunkt und Hauptmenü des Spiels ist der sogenannte Carrier - ein Flugschiff unserer Begleiterin Brenda, die sich uns während der ersten Mission in Bergen anschließt. Der Carrier dient nicht nur zur Reise zwischen den einzelnen Locations, sondern ist zeitgleich auch ein mobiles Munitionsdepot. Vor Antritt einer Mission kann man hier den Wanzer voll aufrüsten, den Spielstand speichern, die Haupt- und Sekundärbewaffnung, sowie Mitstreiter wechseln und sonstige, generelle Änderungen vornehmen. Von Zeit zu Zeit erhalten wir auch mal ein neues Flugschiff, das mehr Raum für Munition und Energie bietet. Das Ausprobieren und Trainieren neuer Waffen macht richtig Spaß, da die einzelnen Areale nicht zu riesig sind. In manchen Gebieten gibts dank bestimmter Gegnertypen reichlich Gelegenheit zum Grinden und Erfahrungspunkte sammeln. Die obligatorische Suchtspirale eines Action-RPGs bleibt hier etwas aus, denn allzu schwer ist das Spiel nicht und es ist auch nicht zwingend notwendig, alle Waffentypen auf das Maximum zu bringen.

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Es ist aber dennoch toll und befriedigend, wenn man am Schluss die mächtigsten Kaliber aller Primär- und Sekundärwaffen besitzt und diese auch noch auf 120% Leistungsfähigkeit gebracht sind. Der Gebrauch von Schrotflinten, Maschinengewehren und Laserkanonen als Primärwaffen macht Laune. Jede Waffe hat eine völlig andere Wirkung und lässt sich anders bedienen. Zudem gibts von jeder Waffe nach und nach größere, wirkungsvollere Kaliber, deren Eigenschaften sich nach einigen Zielübungen auf dem Schlachtfeld separat verbessern. Zudem gibt es dutzende Sekundärwaffen wie Homing Missiles, Minen, eine Bazooka, ein Flammenwerfer, ein extra-Schild und sogar eine Reparatursonde, die den Wanzer während des Kampfes wieder flott macht.

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In sich ist Gun Hazard eines der besten Games auf dem RPG-Sektor. Die Spielzeit variiert je nach Herangehensweise enorm. Um die 20 Stunden muss man definitiv einplanen; will man jedoch alles genau erkunden, einen hohen Level erreichen und sämtliche Items finden, dann sind selbst 50 Stunden noch knapp bemessen. Die Mischung aus RPG-lastigem Charaktermanagement und actionreichem Geballer passt hervorragend zusammen. Die Landkarten sehen toll aus, die Stages sind super designed und erfreuen selbst in späteren Abschnitten noch mit viel optischer Abwechslung. Die freundlichen, wie auch feindlichen Wanzer und Maschinen sehen ebenso klasse aus, bewegen sich geschmeidig und sind schick animiert. Selbst die winzigen Soldaten und Zivilisten, die hier und da rumrennen sind toll in Szene gesetzt. Obendrauf gibts tonnenweise Cutscenes und Storyelemente, die das Auge zusätzlich erfreuen. Der Soundtrack steht dem in nichts nach und ist, ganz typisch für ein Spiel von Square Soft, ausufernd komponiert und passt perfekt in jede Situation. Kein Wunder, es geben sich einige echte Starkomponisten wie Nobuo Uematsu oder Yasunori Mitsuda (beide u.a. Final Fantasy und Chrono Trigger) die Taktstöcke in die Hand.

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Im Grunde ist Gun Hazard ein nahezu perfektes Spiel, das eigentlich in jeden Haushalt mit einem Super Nintendo gehört. Doch es gibt einen großen Knackpunkt, weshalb dieses Kleinod kaum einer kennt: Keine PAL-Version. Bei manchem Spiel muss man sich wundern, dass es nie in Europa veröffentlicht wurde. Klassiker wie Super Mario RPG, Final Fantasy oder Chrono Trigger wurden ja zumindest noch in den Staaten veröffentlicht und sind mit einigen Tricks und Kniffen auch auf einem europäischen Super Nintendo lauffähig. Front Mission und auch Front Mission: Gun Hazard wurden jedoch ausschließlich in Japan veröffentlicht. Nun macht es bedeutend weniger Spaß, ein Spiel zu zocken, das in einer Sprache daherkommt, die man nicht mal lesen kann. Ich habe mich per Emulator an eine sogenannte Fan-Translation geklemmt. Für eine inoffizielle Version muss man die Mühen der Macher anerkennen. Ob die Übersetzung nun hundertprozentig originalgetreu ist, vermag ich natürlich nicht zu sagen. Jedoch sind die enthaltenen Texte super, leicht verständlich und bringen die recht zynische Atmosphäre richtig gut zur Geltung. Tja, hätte es das Spiel seinerzeit auch als europäische PAL-Version oder wenigstens als US-Version gegeben, es wär garantiert als eines der besten Games seiner Art in die Geschichte eingegangen. Die Welt hat wirklich was verpasst. So ist es leider nur ein Geheimtip.




Wertung
Grafik: plusplusplusplusplus
Erstklassig designte Landkarten und Stages, ebenso tolles Spritedesign und nette Animationen - kalte Kriegsmaschinerie trifft auf kräftige und satte Pastelltöne, alles in allem ein superber Stil.

Sound: plusplusplusplusplus
Großartiger Soundtrack von den Komponisten von Final Fantasy und Chrono Trigger - jede Stimmung hat ihr eigenes, handwerklich herausragendes Theme, die Effekte stützen zudem das tosende Kriegsgetümmel.

Gameplay: plusplusplusplusplus
Die Mischung aus RPG-lastigem Charaktermanagement und actionreichem Geballer geht wunderbar auf. Der Wanzer lässt sich herrlich steuern und es macht zudem Spaß, zwischen den Gefechten in den komplexen Menüs rum zu fummeln. Der Umfang ist enorm hoch, bei geringstmöglicher Abnutzung; es gibt reichlich verschiedene Schauplätze, die auch spät im Spielverlauf noch neue, abwechslungsreiche Aufgaben liefern. Gleiches gilt für das Waffenarsenal und die immer neuen Begleiter. Noch besser: Die Mechanik ist großzügig genug, den Spieler eine intuitive Herangehensweise bestimmen zu lassen.

Spielspaß: plusplusplusplusplus
Die Hauptgeschichte ist lang und steckt voller Wendungen. Man lernt andauernd neue Typen kennen - nette wie auch unsympathische und in jedem Land der Welt stehen andere Dinge auf dem Plan. Bis zum Schluss bleibt Gun Hazard abwechslungsreich und spannend und setzt auf einen geschmeidig ansteigenden Anspruch. Einfach super.

Front Mission: Gun Hazard 5 Stars 

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Horstio meint: "Ich habe das Game früher schon einmal angerissen, weil ich mich an eine kurze News in der Total! erinnerte, in der das Game recht positiv angekündigt wurde. Damals kam ich aber nicht weit über den Anfang hinaus. Was mich jetzt völlig begeistert hat, das war schon einmal die kaum enden wollende Geschichte und das stets befriedigende Gefühl, einer kaputten Welt ein Stückchen Frieden wieder zu geben - mit bloßer Feuerkraft und Waffengewalt. Mir gefällt das Setting und die Aufmachung als Ganzes, und mir gefallen die vielen Charaktere mit ihren kleinen Hintergrundgeschichten. Gun Hazard macht auch als Ballerspiel mit RPG-Elementen alles richtig. Viele RPGs mit starren Rundenkämpfen ebben schnell ab und motivieren nach einiger Zeit kaum mehr. Gun Hazard hat mich jedoch von Anfang bis Ende begeistert. Schade nur, dass es keine offizielle europäische oder wenigstens ne amerikanische Version des Spiels gibt."

 




Collectors Edition:
Die Seltenheit und auch den Preis des Spiels kann ich leider nicht beurteilen. Mit japanischen Spielen habe ich mich bislang kaum auseinander gesetzt. Fakt ist, dass die japanischen Versionen generell günstiger sind, als die amerikanischen oder die europäischen Spiele. Nur wenige Ausreißer gehen preislich stark nach oben. Obwohl Front Mission und auch Front Mission: Gun Hazard offiziell nur in Japan erschienen sind, ist der Preis eher günstig, da die japanische Sprache bei diesen Titeln eine recht große Hürde darstellt und die Games als Sammlerstücke nicht sonderlich beliebt zu sein scheinen. Ich habe sowohl den ersten Teil als auch Front Mission: Gun Hazard in akzeptabel erhaltenen Verpackungen ohne Anleitungen für je 8 Euro erstanden; kein großer Schnapper, aber durchaus ein Preis, mit dem ich im Großen und Ganzen leben kann.

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Zustands-Check
J-NTSC-Version
Product-ID:
Preis: 8,- Euro
Box: plusplus
Anleitung: fehlt
Modul: plusplusplusplus
Preis/Zustand: plusplusplus

 

 

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Gesamt: 100%   (3 von 3 Leser fanden diesen Artikel hilfreich.)

 

 

 

 

 

Front Mission: Gun Hazard

 

 

"Schade, dass es dieses Game offiziell nur in Japan gab. Eine Mischung aus Cybernator/Metal Warriors und Final Fantasy - die actionreiche 2D-Ballerei mit den haushohen Mechs ist klasse, das RPG-Grundgerüst liefert die zusätzliche Würze. Genial!"

 

100/100

 

 

 

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