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Lester The Unlikely: Lester ist ein nervtötendes, kraftloses Weichei ohne jeglichen Mumm. Ein Sozialversager, der dafür lebt, mit nutzlosem Wissen zu prahlen. Ein typischer Nerd eben, der hier in einem eigenen Spiel auftrumpft.

 

 

Lester The Unlikely

 

 

 by Horstio, 7/1/2017 (changed: 7/1/2017)

galery

Lester ist ein nervtötender Bengel, der Steve Urkel oder den Typen aus Big Bang Theory durchaus Konkurrenz machen könnte. Ein kraftloses Weichei ohne jeglichen Mumm. Ein besserwisserischer Sozialversager, der dafür lebt, nutzloses Wissen anzuhäufen und damit zu prahlen. Ein typischer Nerd eben. Da klingts doch erstmal interessant, ausgerechnet so ne Flitzpiepe per Unfall in das Abenteuer seines Lebens zu schicken. Zufällig gerät Lester als blinder Passagier auf einen Luxusdampfer, welcher auf hoher See von Piraten gekapert wird und nun absäuft. Lester schafft es irgendwie, sich auf ein kleines Eiland zu retten. Und nun muss er sich mit wütenden Eingeborenen, einem fiesen Gorilla, Riesenspinnen und sonstigem Pack herumschlagen. Das klingt nach Stoff, der in den Achtzigern noch für bedeutungslos dahinplätschernde Fernsehunterhaltung herhielt. Lester The Unlikely genießt trotz des ambitionierten Konzepts jedoch einen eher zweifelhaften Ruf.

Ist auch kein Wunder. Zum einen haben wir einen nicht fertiggesponnenen Grundgedanken. Lester startet als Feigling und Taugenichts, der sich im Laufe des Abenteuers mehr und mehr als Held beweisen soll. Dieses Gefühl stellt sich allerdings kaum ein. Ich habe nicht das Gefühl, dass sich Lester besser steuern lässt oder seine Aufgaben im Folgenden besser löst. Lester selbst ist jedoch unglaublich gut in Szene gesetzt und enorm detailreich animiert. Seine schrägen Verrenkungen beim Laufen und Springen lassen mich zunächst mal schmunzeln. Konsequent wäre es, hätten die Macher Lesters Fähigkeiten im Spielverlauf auch spürbar verbessert, aber nein: Lester ist und bleibt auch später ein Dulli.

Der nächste Knackpunkt ist das Spielprinzip. Lester The Unlikely mag vom Setting her erstmal wie ein Jump 'n Run erscheinen, doch ... ähm, nein! Es ist ein Action/Adventure á la Blackhawk oder Flashback; prinzipiell ein Genremischmasch, der mir eigentlich sehr gut gefällt. Hin und wieder gibts ein paar Rätsel zu knacken, dann wieder muss man kurze, aber stets schwierige Actionszenen überstehen. Die Mischung ist nicht verkehrt, und wäre Lester nur ein Tickchen agiler, dann ginge die Formel unterm Strich auch auf. So hab ich das Gefühl, dass vor allem auch Glück dazu gehört, die Sprungsequenzen (beispielsweise von Liane zu Liane) zu meistern. Der Umfang ist nicht sehr hoch. Es gibt mehrere, verschiedene Abschnitte, die unterschiedliche Aufgaben beinhalten, aber diese sind immerhin recht straff inszeniert, weshalb ich nicht das Gefühl habe, stets nur das Gleiche zu tun. Manche Passagen sind dennoch hinterlistig und fordern reichlich Fingerspitzengefühl, was die träge Steuerung nicht immer zulässt. Doof find ich, dass gravierende Fehler streng mit dem Abzug eines Lebens geahndet werden - Leben wie auch Continues sind jedoch ein recht rares Gut im Spiel. Dadurch wird Lester The Unlikely zu einer richtigen Herausforderung, die mich am Ende dennoch nicht wirklich begeistert. Warum? Keine Ahnung. Das Ende kommt relativ plötzlich und sinnigerweise auch ohne große Hindernisse in den letzten Abschnitten. Andererseits fühle ich mich dann doch wenig mit Lester verbunden. Ganz schlimm ist Lester sicherlich nicht, aber es gehört ein dickes Fell dazu, die einzelnen Passagen mit Erfolg zu knacken.




Wertung
Grafik: plusplusplusplus
Weitgehend solide, teils aber wirklich stimmig designte Abschnitte, hervorragend animierter Antiheld

Sound: plusplusplus
gutklassiges Mittelmaß, Inselflair kommt teilweise auf, spärliche Soundeffekte, vor allem Lester gibt beabsichtigt nervige Geräusche von sich

Gameplay: plusplusplus
Die Mischung aus adventurelastigem Platformern wie Flashback oder Puggsy vom Mega Drive und hektischen Actionszenen geht nicht vollends auf.

Spielspaß: plusplus
Ein wenig schwankender Anspruch. Vor allem die Actionsequenzen sind ziemlich knackig. Leider wenig Bindung zur Hauptfigur, ein rollenspielartiges Charaktersystem hätte hier Wunder gewirkt.

Lester The Unlikely 62/100

galery

Horstio meint: "Kein wirklich berauschendes Spiel, aber besser als sein allgemeiner Ruf. Ein gemächliches Action/Adventure im Plattformer-Look, das an Prince Of Persia und Flashback erinnert. Leider aber mit schwächelnder Bedienbarkeit und schwankendem Anspruch."

 




Collectors Edition:
Lester The Unlikely ist kein wirklich teures Game. Dennoch habe ich eine lange Zeit nach diesem Spiel gesucht und irgendwann die Hoffnung aufgegeben, es in gutem Zustand und komplett für unter 40,- Euro zu bekommen. Das Game an sich kostete mich etwa 25,- Euro. Zuzüglich Zollgebühr und Versand landete ich bei etwa 40,- Euro insgesamt. Der Preis war bei dem neuwertigen Zustand insgesamt OK. Immerhin war auch das spielerisch wenig nützliche Strategy-Poster, die Garantiekarte und das Dust Cover enthalten. Allein für Letztere zahlt man einzeln mittlerweile mindestens 2,50 Euro plus Portokosten.

galery

Zustands-Check
NTSC-Version
Product-ID: SNS-LY-USA
Preis: ~40,- Euro
Box: plusplusplusplus
Anleitung: plusplusplusplusplus
Modul: plusplusplusplusplus
Preis/Zustand: plusplusplusplus
plus Poster und Garantiekarten enthalten

 

 

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Gesamt: 100%   (2 von 2 Leser fanden diesen Artikel hilfreich.)

 

 

 

 

 

Lester The Unlikely

 

 

"Kein wirklich berauschendes Spiel, aber besser als sein allgemeiner Ruf. Ein gemächliches Action/Adventure im Plattformer-Look, das an Prince Of Persia und Flashback erinnert. Leider aber mit schwächelnder Bedienbarkeit und schwankendem Anspruch."

 

62/100

 

 

 

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